Verfasst von: mylutz | Februar 9, 2009

Thaipusam – the Hindu carnival

08. Februar 2009

Dieses Wochenende war es endlich soweit, der 15. Tag des zehnten Monats thai des Mondkalenders der Hindus stand an. An jenem Tag wo Thaipusam beim Aufgehen des Sterns pusam von den Auslandsindern besonders in Südostasien, Südafrika und Mauritius gefeiert wird. Thaipusam ist vor allem ein Fest der Tamilisch sprechenden Südinder, und dabei das größte hinduistische Fest außerhalb Indiens. Das Fest erinnert an den Tag des Vollmonds im Monat thai, als die Göttin Parvathi ihrem Sohn Mur(u)gan (oder Subramaniam), dessen Vater Shiva ist, die vel genannte unbesiegbare Lanze gegeben haben soll, um die bösen Dämonen zu besiegen. Die in Trance ausgestoßenen Rufe der an der Prozession teilnehmenden Gläubigen "Vel vel", und die Verwendung von Spießen symbolisieren eben diese Lanze des Gottes. Die Gläubigen nehmen auf unterschiedliche Art und Weise aktiv am Fest teil, um ein Gelübde zu erfüllen, um sich von Sünden reinzuwaschen, sein Ego zu besiegen oder um für Gesundheit und Glück zu bitten. Diejenigen, die aktiv teilnehmen wollen – das können auch Kinder sein – beginnen etwa einen Monat vor dem Fest unter Anleitung eines religiösen Lehrers zu fasten und asketisch zu leben. Rituelle Waschungen gehören ebenso zur Vorbereitung.

Anders als im Mutterland, wo Thaipusam durch restriktive Maßnahmen eines Teils seiner Besonderheit entkleidet worden sein soll, sind in Malaysia ihrer Fantasie, sich mit Haken und Spießen Schmerzen zuzufügen, kaum Grenzen gesetzt. Die Prozession beginnt in den frühen Morgenstunden noch vor Sonnenaufgang. Auf einem mehreren Kilometer langen Lauf von den unterschiedlichsten Tempeln in der Stadt bis hin zum Waterfall Murugan Temple werden entweder Milch (als Opfergabe) in einem Gefäß auf dem Kopf oder bunt mit Federn u.ä. Geschmückte, kavadi genannte Gestelle getragen. Oftmals wird am Tag des Fests auch der Kopf zu Ehren von Shivas Sohn kahl rasiert. Zusätzlich sieht man oft noch Widerhaken oder Spieße, die an verschiedenen Körperstellen angebracht werden. Dies geschieht wie schon beschrieben in Trance, die einmal durch die wochenlange Vorbereitung, daneben dann durch Gesänge und Trommeln hervorgerufen wird. Blut fließt dabei im Normalfall nicht. Für die Desinfektion soll die Anwendung von Asche sorgen.

Natürlich war ich mittendrin statt nur dabei und so konnte ich ich die ganze Prozeduren aus Nahem verfolgen.

Von Spießen durch Zunge und Backen bis hin zu kleinen Kännchen mit Milch die von den Pilgern mit Haken auf der Haut des ganzen Oberkörpers getragen werden. Der kleine Sperr durch die Zunge soll dabei anhaltend an den Sohn Murugan erinnern, vom Sprechen abhalten und jede Menge Ausdauer spenden. Eine andere Art von kavadi sind Haken im Rücken, welche von einer weiteren hinterherlaufenden Person über Seile geführt werden. Der Grad des Schmerzes wird durch den Punkt des Einschnitts variiert, je größer der Schmerz umso größer die Leistung zum Verdienst des Gottes. Für den Körper bedeutet das sehr große Strapazen, da bei den oftmals stundenlangen Weg bis hin zum Ziel auch sehr viel getanzt wird.

Am Abend und in der Nacht verwandelt sich das letzte Stück der Pilgerstrecke bis hin zum Haupttempel zu einer großen ‘Partymeile’ – Thaipusam Hindu Carnival.

Thaipusam wird von Jahr zu Jahr von immer mehr ethisch geprägten Chinesen gefeiert.

Beigeschmack zum Festival waren Tonnen von Müll, vor allem von leeren Milchbehälter. Der Gestank der mit der Zeit durch die Hitze schlecht werdenden Milch ist dabei ebenfalls nicht ganz angenehm.

Dem Text lass ich nun auch Bilder folgen, den Bilder sagen bekanntlich mehr als 1000 Worte!

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